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16. Juni 2015

Dietrich Bonhoeffers Theologie der Nachfolge

Am 9. April 1945 wurde der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg hingerichtet. Der 1906 in Breslau geborene und in Berlin aufgewachsene wache, kritische Geist verabscheute Führerkult und Führerhörigkeit, trat frühzeitig der Diskriminierung von Juden entgegen und entwickelte theologisch reflektiert seine entschiedene Haltung gegen das NS-Unrechtsregime.

Nach der Schließung des von ihm geleiteten Predigerseminars in Finkenwalde durch die Gestapo 1937 kam Bonhoeffer durch seinen Freund Hans von Dohnanyi in Verbindung zum Widerstand im militärischen Geheimdienst. Mehrfach reiste er ins Ausland, um Verbindungen zu alliierten Regierungen zu knüpfen. Im Zusammenhang mit fehlgeschlagenen Anschlägen auf Hitler wurde er im April 1943 im Gefängnis Tegel inhaftiert. Nach aufgedeckten Staatsstreichplänen kam er im Oktober 1944 in den berüchtigten Gestapokeller in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße, im Februar 1945 ins KZ Buchenwald und am 8. April schließlich nach Flossenbürg.

Bonhoeffer hat eine Vielzahl von Schriften hinterlassen. Vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen in der Diktatur entwarf er sein Konzept einer Ethik der Verantwortung. Früh schon wurde ihm die Bergpredigt als Leitschnur wahrer Nachfolge zum Lebensthema. Vor allem trieb ihn die Frage nach der Präsenz Gottes und der Identität des Christseins in einer gottlosen Welt um. Er litt unter einem Christentum, das sich von der eigenen Botschaft nicht mehr provozieren ließ, und spürte der radikalen Mitte christlichen Glaubens nach. Solche Theologie hat er mit dem Zeugnis seines Lebens beglaubigt.

Bei der Tagung der Katholischen Akademie in Bayern und der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg zum 70. Todestag Dietrich Bonhoeffers in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg sprach Prof. Dr. Ralf K. Wüstenberg zum Thema: Dietrich Bonhoeffers Theologie der Nachfolge - Impulse für das Christsein in heutiger Gesellschaft. Professor Wüstenberg forscht im Bereich systematischer und historischer Theologie an der Europa-Universität Flensburg. Seinen Vortrag können Sie hier in voller Länge nachhören.

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