Audiobeiträge

30. November 2015

Das Vierte Laterankonzil und die Rede von Gott

Das Vierte Laterankonzil vor 800 Jahren war eine der bedeutendsten Kirchenversammlungen des Mittelalters. Von Papst Innozenz III. (1198-1216) einberufen, tagte sie vom 11. bis 30. November 1215 in S. Giovanni in Laterano in Rom.
Dominierende Gestalt war Innozenz III., unter dem das mittelalterliche Papsttum auf der Höhe seiner geistlichen und weltlichen Autorität stand. Für ihn waren die Reform der gesamten Kirche und die Wiedergewinnung des Heiligen Landes durch einen Kreuzzug die beiden wichtigsten Themen des Konzils, dem er allerdings lediglich beratende Funktion zumaß.
Insgesamt verabschiedete das Konzil 70 Dekrete, etwa über dogmatische Fragen, die kirchliche Ordnung und die Reform des Klerus. Die Beschlüsse hatten weit reichenden Einfluss auf die Entwicklung von Kirche und Gesellschaft im Mittelalter, zum Beispiel zur territorialen Struktur der Kirche; nicht wenige dieser Bestimmungen haben sogar bis in die Gegenwart kirchenrechtliche Gültigkeit.
Unter anderem zentral für die Geschichte der systematischen Theologie bis heute formulierte das Konzil die Aussage zur sogenannten „Analogie“ beim Reden über Gott, dass nämlich die Unähnlichkeit zwischen Schöpfer und Geschöpf immer größer sei als deren Ähnlichkeit.
Es lohnt sich also auch nach 800 Jahren, dieser prägenden Kirchenversammlung nachzuspüren.

Hören Sie hier zum Thema "Die größere Unähnlichkeit Gottes und die Möglichkeit des Redens von Gott – Perspektiven mittelalterlicher und gegenwärtiger Philosophie" das Referat von Johannes Brachtendorf, Professor für Philosophische Grundfragen der Theologie an der Universität Tübingen.

 

zurück