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07. März 2016

Historische Tage - Giovanni Boccaccio

Das 14. Jahrhundert gilt als Krisenzeit des Mittelalters. „Dramatisches Jahrhundert“ nannte es die amerikanische Historikerin Barbara Tuchman in ihrem Klassiker „Der ferne Spiegel“. Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England, in der Kirche die „Avignonesische Gefangenschaft“ und das große abendländische Schisma, Pestepidemien und Naturkatastrophen – war das alles aber nur eine dunkle Epoche?
Denn weitreichende Entwicklungen zeichneten sich bereits ab. So erlebte etwa die Hanse ihre Blütezeit. Litauen stieg zu einem neuen europäischen Machtfaktor auf. In Italien bildeten sich dominante Stadtrepubliken heraus und die Reichsstädte stärkten ihr Selbstbewusstsein gegenüber König und Fürsten. Kaiser Karl IV. konsolidierte durch geschickte Politik seine Herrschaft und Bayern schließlich erlebte eine Zeit der Teilungen mit der Besonderheit, dass das Herzogtum Straubing-Holland seinen Regierungssitz in Den Haag hatte.
Humanismus und Renaissance nahmen ihren Anfang, Giotto di Bondone ragt als Wegbereiter der neuzeitlichen Malerei hervor, in der Literatur Giovanni Boccaccio, dessen „Decamerone“ nachhaltig die abendländische Literatur beeinflusste. Und Caterina von Siena, die darauf hinwirkte, dass der Papstsitz nach Jahrzehnten von Avignon wieder nach Rom zurückverlegt wurde, gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten der Kirchengeschichte.
Prof. Dr. Christof Breitsameter, Professor für Moraltheologie an der LMU München, referierte bei den Historischen Tagen (10. – 13.2.2016) zum Thema: „Giovanni Boccaccio (1313-1375) und die Erfindung der Liebe“.

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