Audiobeiträge

17. März 2015

Geschichte als Ersatzreligion?

Das „lange Jahrhundert“ von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg markiert den Weg in die moderne Welt und erscheint als ein Zeitalter der Bewegung und des Wandels schlechthin. Denn damals bahnten sich in Deutschland wie in ganz Europa auf nahezu allen Gebieten des Zusammenlebens tiefgreifende Veränderungen an, deren Auswirkungen bis in unsere Gegenwart spürbar sind.

Säkularisierung, Nationenbildung, Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft und unerschütterliches Fortschrittsdenken kennzeichnen diese Epoche ebenso wie das Ringen um liberale Verfassungen oder auch neue Wege in der Kunst. Die Beschleunigung von Mobilität und Kommunikation war richtungsweisend; Technik und Naturwissenschaften mit all ihrer Vielfalt nahmen beispielhaften Aufschwung; Umbrüche in den Produktions- und Arbeitsformen führten ins industrielle Zeitalter, brachten aber gleichzeitig starke soziale Verwerfungen mit sich. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mehrten sich dann koloniale und imperiale Bestrebungen, die erhebliche internationale Spannungen hervorriefen.

Hören Sie hier das Referat von Prof. Dr. Hans-Michael Körner über Geschichtsschreibung und Geschichtsdenken im 19. Jahrhundert.

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