Audiobeiträge

16. November 2015

Was wir letztlich wollen - Das Glück bei Aristoteles und Thomas von Aquin

„Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten“, meinte einst Sigmund Freud – wohl ernüchtert vom Blick auf seine Patienten. Dagegen hält der gute alte Aristoteles die „Eudaimonia“ gar für das letzte Ziel und höchste Gut. In unseren Landen gab es früher zwar starke anti-eudämonistische Tendenzen, von Kant bis zur Inschrift an preußischen Gymnasien: „Du bist nicht auf Erden, um glücklich zu sein, sondern deine Pflicht zu tun!“ Doch heutzutage bricht sich auch hier die Suche nach Glück neu Bahn, was allein schon die Überfülle an Ratgeber-Literatur zeigt. Sogar für Ökonomen wird das Thema zum relevanten und gleichzeitig schwer zu fassenden Forschungsgegenstand.
Worin liegt aber nun das Glück? Der Antworten sind viele: in Reichtum oder Macht, in Genuss oder Askese, in Freundschaft oder Liebe, in Wissenschaft oder Kunst, in sittlichem Handeln oder im Aushalten des Absurden. Glück bleibt ein schillernder Begriff (mag man auch wie im Englischen zwischen „luck“ und „happiness“ unterscheiden), dazu „jene stets so empfindliche Pflanze“, wie Stendhal es nannte.
Mit Vorträgen, Gesprächen, dazu einer etwas ungewöhnlichen Exkursion sollen die Philosophischen Tage 2015 dem Glück auf die Spur kommen. Dabei helfen Anregungen aus den großen Denktraditionen der Antike, des Christentums, der Aufklärung und auch der empirischen Glücksforschung. Und ob, und wenn ja wie, Glück mit Glauben zusammenhängt, dem wäre schließlich und nicht zuletzt ebenfalls nachzugehen.

 


Hören Sie hier den Vortrag von Bruno Niederbacher SJ, Professor am Institut für Christliche Philosophie der Universität Innsbruck: „Was wir letztlich wollen - Das Glück bei Aristoteles und Thomas von Aquin“.

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