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24. Oktober 2016

Die "Gen-Schere" CRISPR-Cas9 - Zauberstab oder Teufelszeug?

Der Begriff ist für den medizinischen Laien unverständlich, die Methode, vor vier Jahren entwickelt, eine Revolution: CRISPR-Cas9 nennt sich das Verfahren, einzelne Gene – oder genauer: DNA-Bausteine – mit Hilfe einer sogenannten Gen-Schere gezielt zu verändern.

Befürworter sehen ungeahnte Chancen für Menschen, Tiere, Pflanzen: Gendefekte ließen sich reparieren, um schwere Erbkrankheiten wie Mukoviszidose, Sichelzellanämie oder Muskeldystrophie zu verhindern, die Anophelesmücke könnte manipuliert werden, damit sie keine Malaria-Erreger mehr überträgt, und bereits heute werden resistente Reis- und Weizensorten mit dieser Methode hergestellt.

Andererseits birgt das Verfahren hohe, unabsehbare Risiken vor allem für künftige Generationen; einmal angewendet ist es nicht mehr rückgängig zu machen. Es wirft deshalb rechtliche, soziale und ethische Fragen auf, insbesondere in Bezug auf die Therapie erblicher Krankheiten. In Deutschland ist der Eingriff in die menschliche Keimbahn, bzw. die Verwendung veränderter Keimzellen zur Befruchtung, nach § 5 des Embryonenschutzgesetzes verboten. Doch die Forschung geht weiter, in England und insbesondere in China.

Die „Gen-Schere“ verändert Leben fundamental. In der breiteren Öffentlichkeit wird aber bisher kaum qualifiziert über „CRISPR-Cas9“ (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) diskutiert. Die Veranstaltung am 12. Oktober 2016 in der Katholischen Akademie soll dies ändern.

Hören Sie hier den Vortrag von Prof. Dr. Michael Sendtner, Institut für Klinische Neurobiologie der Universität Würzburg.

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