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24. April 2015

Teresa als Conversa. Zur Bedeutung ihrer jüdischen Wurzeln

Teresa von Ávila gehört unbestritten zu den ganz großen Frauengestalten der Kirchengeschichte. Aber auch in der Literaturwissenschaft, der Psychologie und vor allem in der spanischen Geschichte findet sie bis heute enormen Widerhall. In einer gänzlich von Männern dominierten Kirche und Gesellschaft ihrer Zeit war es für sie nicht leicht, sich zu behaupten. Nicht zuletzt ihre jüdische Herkunft väterlicherseits erschwerte ihr das Leben. Gerade diese Umstände ließen sie aber, wie viele meinen, die eigenen Gedanken meisterhaft formulieren.

Als „Genie der Freundschaft mit Gott und den Menschen“ wird Teresa von Ávila bezeichnet, ganz auf den Gott Jesu Christi hin ausgerichtet und in gleicher Weise den Menschen zugewandt. Ihre vielen Briefe – Fachleute sprechen von bis zu 15.000 – sind dafür bemerkenswertes Zeugnis. Hohes Ansehen errang Teresa gerade auch als Neubegründerin des Karmelitenordens. Sie folgte dabei nicht einfach einem Trend der Zeit, vielmehr fand sie ihre Orientierung am Jesus der Evangelien; die Heilige Schrift war ihr zeitlebens und trotz des Bibelverbots sehr wichtig.

Zu diesem Jesus fühlte sie sich bereits vor ihrem Klostereintritt hingezogen, als sie begann „inneres Beten zu halten ohne zu wissen, was das war“. Daraus erwuchs ihr die Kraft, Gründungsreisen auf sich zu nehmen, Verleumdungen auszuhalten und dennoch immer wieder guten Mutes zu sein: „Wenn ein so guter Freund dabei ist, kann man alles ertragen“.

Sie hören hier das Referat von P. Dr. Ulrich Dobhan OCD beim Symposion mit dem Teresianischen Karmel in der Katholischen Akademie in Bayern.

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