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22. Dezember 2013

Europa - neoliberal?

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Die europäische Idee ist in der Krise. Spätestens seit dem Ausbruch der europäischen Staatsschuldenkrise mehren sich die kritischen Stimmen, die mit der europäischen Einigung, wie sie im Rahmen der EU praktiziert werde, unzufrieden sind. Die EU funktioniere nur noch als Wirtschaftsraum, in dem eine neoliberale Wirtschaftspolitik die alleinseligmachende Lehre ist.

In der Diskussionsveranstaltung "Liberalisierung, Deregulierung, Privatisierung. Entsteht Europa aus dem Geist des Neoliberalismus?" am 12. November 2013 in der Katholischen Akademie ging es um die Frage nach Alternativen. Es trafen zwei Experten aufeinander, die beide dezidiert pro-europäisch denken, aber unterschiedliche Schwerpunkte für die zukünftige Entwicklung des Kontinents sehen. Der Ökonom und FDP-Politiker Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Professor für Internationale Wirtschaft an der Universität Magdeburg und früher Finanzminister in Sachsen-Anhalt, hält eine dezidiert liberale Wirtschaftsordnung weiterhin für unabdingbar. Aber das sei bei weitem nicht genug, meint er. Europa brauche zusätzlich und sehr dringend eine gemeinsame Idee, eine Basis gemeinsamer Werte wie Menschenrechte, Demokratie oder Umweltschutz, so seine Kernaussage.

Professor Dr. Andreas Wirsching, Direktor des Instituts für Zeitgeschichte in München, plädierte bei der Diskussion über die europäische Idee für mehr Ehrlichkeit. Es müsse klar gesagt werden, dass es Interessen gäbe - alle Länder, auch Deutschland hätten Interessen und müssten diese offen formulieren. Wichtig sei aber, fuhr der Historiker fort, dass man die berechtigten Interessen der Nationalstaaten mit den ebenso legitimen europäischen Interessen in Einklang bringe.

Der Beitrag in der Reihe alpha-lógos fasst die wichtigsten Aussagen der Diskussion zusammen und stellt das Thema filmisch in Zusammenhang mit den Ereignissen.

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